COMT und Dopamin

Das COMT Gen befindet sich auf dem Chromosomen 22 und Lokation Punkt 11. Es codiert das COMT Enzym, das den extraneuronalen Transfer einer Methylgruppe von S-Adenosylmethionin zu Katecholaminen katalysiert. Es spielt eine einzigartige Rolle in der präfrontalkorticalen Dopmaninaktivierung.

Bei einem Polymorphismusverdacht des Gens, allen voran der SNP´s COMT Val158Met: G/A (Val158Met). Gene die im Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin eine wichtige Rolle spielen sind – DBH, MAO/MAOA, SULT1A3. Ergänzend auch die Gene MTHFR, MTR, MTRR, MAT, um entsprechend gut zu methylieren und SAMe für die Dopaminherstellung liefern zu können.

 

COMT und DBH, MAO/MAOA, SULT1A3 – die Dopaminspezialisten

DBH (Dopamine beta-hydroxylase): Ist das Gen welches das Enzym exprimiert, welches Dopamin in Noradrenalin umwandelt. Sollte dieses nicht in ausreichendem Maß exprimiert werden, kann es zu hohen Noradrenalinleveln kommenm mit all seinem Symptomen, wie z. B. Angst und Panick. Begleitet wird dies durch einen Kupferüberschuss.

MAOA (Monoamine oxidase A): Dieses Gen ist stellt das Enzym Monoamine oxidase A zur Verfügung, um Neurotransmitter wie Adrenalin, Noradrenalin, Serotonin und DOPAMIn abzubauen.

SULT1A1, SULT1A2 (Sulfotransferase): Die Sulfatierung ist einer der Wege um den Körper zu entgiften und die Sulfotransferasen gehören zum Phase II Komplex der Entgiftung.  Es werden Hormone und Neurotransmitter – wie Dopamin abgebaut.

 

Steckbrief zum Polymorphismus COMT VAl 158Met, rs4680.

Variante Val158Met: G/A (Val158Met). Dann ist hier die entscheidende Aussage G/A.

Das bedeutet hier liegt eine heterozygote Variante des Riskoallels A (A kommt hier nur einmal vor) vor. Das bedeutet hier wird mit mittlerer Geschwindigkeit Dopamin abgebaut. Im Gegensatz zum sehr langsamen Abbau von Dopamin durch den „slow COMT Metabolizer“ G/G (Val158Met) oder wenn bei der homozygoten Variante des Risikoallels A – A/A (Val158Met) Dopamin extrem schnell abgebaut wird und langfristig zu niedrigen Dopmainspiegeln führt.  Bei einem Vorliegen einer SNPs von A/A (Val158Met) spricht man auch vom „Fast Metabolizer“.

In der Literatur findet sich immer wieder knappe Aussage – Warrior (A/Met) „Slow Metabolizer“ oder Worrier (G/Val) „Fast Metabolizer“ – also bist DU ein Kämpfer (A/Met) oder ein Ängstlicher (G/VAl).

G – codiert Valine (Aminosäure) deshalb kurz Val, das Enzym COMT wird schneller exprimiert, was zu niedrigen Dopaminspiegeln führt.

A – codiert Methione (eine Aminosäure) deshalb kurz Met, das Emzym COMT wird langsamer exprimiert, was zu hohen Dopaminspiegeln führt.

Darstellung des COMT Polymorphismus (USA oder UK). Grundlage für diese Tests sind Speichelproben.

(Lokus)      (Genname)                          (Risiko Allele)   (Ergebnis)

rs4633        COMT H62H                            CC                     TT    (Wildtyp – es liegt keine Veränderung vor)

rs4680        COMT V158M                          AA                    AA    (Homozygotes Auftreten des Riskoalleles A)

rs737866    COMT/TXNRD2 A4251G     TT                    TA    (Heterozygotes Auftreten des Riskoalleles T)

rs2020917  COMT/TXNRD2 C4622T     CC                   CT     (Heterozygotes Auftreten des Riskoalleles C)

Abklärung? Wo kann ich bei vermuteten Auffälligkeiten hin?

Erste Anlaufstelle sollte der Hausarzt sein, er kann entscheiden ob ein Spezialist bzw. Humangenetiker hinzugezogen wird. Und mit einer Blutanalyse schauen ob Auffälligkeiten vorhanden sind. Gynäkolog_Innen sind auch Ansprechpartner für dieses Thema. Es gibt in einigen größeren Städten Zentren, die sich auf Genpolymorphismen spezialisiert haben und sind geeigente Kontaktstellen. Die Veranlassung und Beratung obliegt in Deutschland den Ärzten.

 

COMT und Dopamin – Was sollte man wissen?

Wichtig wäre in diesem Zusammenhang auch die Nebenniere und ihr Zusammenspiel über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse mit dem Neurotransmitterhaushalt zu erläutern.

Nebennierenmark (NNM)

Das Nebennierenmark ist Teil des sympathischen Nervensystems und synthetisiert Katecholamine – vor allem Adrenalin (80%), aber auch Noradrenalin (20%) und Dopamin (Vorläufer für Adrenalin und Noradrenalin).

Das sympathische Nervensystem (Sympathikus) ist ein Teil des vegetativen Nervensystems. Durch ihn werden vorwiegend Körperfunktionen innerviert, die den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzen und den Abbau von Energiereserven zur Folge haben. Es hat Wirkungen auf: das Herz, die Blutgefäße, Bronchien, den gesamten Verdauungstrakt, die Harnblase, die Augen und die Schweißdrüsen. Die Steuerung der sympathischen Nerven wird über Noradrenalin und Acetylcholin geregelt.

Auf einen Blick – die Katecholamine

Noradrenalin, ist ein Katecholamin und ein Neurotransmitter der schnellen Stressadaption „Fight or Flight“. Noradrenalin wird reguliert durch das Enzym Tyrosinhydroxylase.

Adrenalin steigert den Gefäßtonus, erhöht Blutdruck und Herzfrequenz und sorgt für die Freisetzung von Zucker ins Blut. Um bei Stress genügend Energie für das Gehirn und die Muskulatur zu haben. Daneben sorgt Adrenalin für den Abbau von Triglyceriden im Fettgewebe.

Dopamin ist ein Zwischenprodukt der Synthese von Adrenalin, fungiert aber auch selbst als Neurotransmitter. Es wird nicht nur im Nebennierenmark gebildet sondern auch in den chromaffinen Zellen des Hypothalamus und der substantia nigra. Es hat einen Einfluss auf unser Wohlbefinden, die Motorik und die Durchblutung.

Noradrenalin

Noradrenalin (zu 30% im Nebennierenmark, 70% Rest des Körpers) zählt zu den Katecholaminen und fungiert als Neurotransmitter. Es ist der größte Stresskoordinator auf neuronaler Seite und aktiviert den Sympathikus, der wiederum viele Bereiche im Körper auf eine „Fight or Flight“ Reaktion vorbereitet. Auf hormoneller Seite wäre es CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon) welches eine Stressadaption ermöglicht und wird über den Hypothalamus, die Hypophyse und die Nebenniere mit der Ausschüttung von Kortisol geregelt.

Synthese von Noradrenalin: Vitamin B6 fungiert als Kofaktor von 2 enzymatischen Schritten der Katecholaminsynthese. Thyrosinhydroxylase katalysiert aus Tyrosin Levodopa. Levodopa ist die Vorstufe für Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. SAMe (S-Adenosylmethionin) ist für die Umwandlung von Noradrenalin in Adrenalin zuständig.

Abbau von Noradrenalin: Da Noradrenalin eine hochpotente Substanz ist, muss sie auch wieder abgebaut werden. Dies kann auf zwei Wegen geschehen.

  1. Abbauweg (intraneurale Metabolisierung): Über die mitochondriale MAO (Monoaminooxidase) wird Noradrenalin in der Zelle zu DHPG abgebaut. DHPG wird in die Blutbahn abgegeben und in der Leber über COMT (Catechol-O-Methyltransferase) inaktiviert und in VMS (Vanillinmandelsäure) abgebaut.
  2. Abbauweg (zytoplasmatische Metabolisierung): In der Zelle wird Noradrenalin durch zytoplasmatische COMT in Nor/Metanephrin umgewandelt. Dieses durch das Enzym MAO in MHPG (3-Methoxy-4-hydroxyphenylglycol) und dann zu VMS (Vanillinmandelsäure). VMS ist das Abbauprodukt von Katecholaminen und wird über den Urin ausgeschieden.

Wirkungen: Noradrenalin erhöht die Aufmerksamkeit, das Wachheitsniveau und fördert die Konzentration, Motivation und die Motorik. Noradrenalin bindet an α- und ß-Noradrenalin Rezeptoren. α -Rezeptoren verstärken visuelle Reize, weitere sensorische Reize und die Wirkung von Glutamat. An α 2-Rezptoren (Hypothalamus) wirkt Noradrenalin appetitstimulierend. An ß-Rezeptoren stimuliert Noradrenalin die Sekretion von CRH und Serotonin und wirkt so appetithemmend, das bedeutet ß-Rezeptoren vermitteln hemmende Effekte.

Kurzfristige Wirkungen auf das Immunsystems: Noradrenalin wirkt kurzfristig bei einer vermehrten Ausschüttung proentzündlich. Es fördert Entzündungsprozesse über die Aktivierung von NF-kB. NF-kB ist für die Regulation der Immunantwort, der Zellproliferation und des Zelltodes verantwortlich und ist ein spezifischer Transkriptionsfaktors. NF-kB stimuliert die Produktion in IL 6 (Interleukin 6), welches die Produktion von Akut-Phase-Proteinen und Immunglobulinen beginnt. NF-kB fördert darüber hinaus eine massive Produktion von CRP Produktion in der Leber. CRP – C-reaktive Protein.

Langfristige Wirkungen auf das Immunsystems: Langfristig hemmt Noradrenalin, wie Cortisol die zelluläre Immunantwort. Begünstigt einen TH1 zu TH2 Switch – Es werden weniger TH1 Zytokine, wie IFN-γ und Interleukin 2 (IL2) zugunsten von mehr TH2 Zytokinen gebildet, wie IL3, IL4, IL5, IL10, IL13. Es blockiert die inflammatorische Zytokinsynthese, besonders von IL6.

Mangel an Noradrenalin: Motivationsabfall, Antriebs- und Konzentrationsschwäche, Störung des Kurzzeitgedächtnisses, Stimmungsabfall bis zu depressiven Ausprägungen.

Adrenalin

Adrenalin ist ein Hormon, das man auch als Stresshormon bezeichnet, weil es in Stresssituationen in der Nebenniere gebildet und ins Blut abgegeben wird.

Adrenalin wird aber auch bei psychischer Belastung gebildet, um Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel schnell an die jeweilige Situation anzupassen. Die Freisetzung von Adrenalin bewirkt, dass sich der Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen, während gleichzeitig die Bronchien erweitert und der Blutzuckerspiegel gesteigert werden. Normalerweise wird das Adrenalin schnell wieder abgebaut, sein Abbau beginnt schon 3 Minuten nach der Ausschüttung ins Blut. Wird der Stress nicht reduziert, wird Adrenalin dauerhaft überproduziert, was negative Folgen für das Herzen und den Kreislauf hat.

Adrenalin vermittelt:

  • Steigerung der Herzfrequenz
  • Steigerung des Blutdrucks
  • eine Bronchiolenerweiterung,
  • schnelle Energiebereitstellung durch Fettabbau (Lipolyse)
  • Freisetzung von Glucose (Einfachzucker).
  • reguliert die Durchblutung (Zentralisierung)
  • Magen-Darm-Tätigkeit (Hemmung).

Synthese:

Adrenalin kann im menschlichen Organismus aus den Aminosäuren Phenylalanin beziehungsweise Tyrosin synthetisiert werden. Die für die Synthese benötigten Reaktionsschritte laufen weitgehend in den chromaffinen (adrenergen) Zellen des Nebennierenmarks ab.

Im ersten Schritt der Adrenalin-Biosynthese wird aus dem Tyrosin-Molekül durch das Enzym Tyrosin-Hydroxylase DOPA. Danach decarboxyliert das Enzym DOPA-Decarboxylase das entstandene Molekül zum biogenen Amin Dopamin.

Durch Dopamin-Hydroxylase entsteht Noradrenalin, Ascorbinsäure ist als Cofaktor beteiligt. Im letzten Schritt überträgt die N-Methyl-Transferase eine Methylgruppe von S-Adenosyl-Methionin um Adrenalin herzustellen.

Dopamin

Dopamin – 2. zentraler Katecholamineurotransmitter

Dopminneuronen, die entlang des 3. Hirnventrikels lokalisiert sind, hemmen an der Hypophyse die Ausschüttung des Hormones Prolaktin. Weiter regelt es die Durchblutung der Bauchorgane, insbesondere ist Dopamin an der Steuerung der Nieren beteiligt.

Synthese von Dopamin: Die Synthese von Dopamin und Serotonin hat eine gemeinsame Komponente – Aromatische-L-Aminosäure-Decarboxylase (AADC), auch DOPA-Decarboxylase (DDC). Diese überführt 5-HTP (5-Hydroxythryptophan) in Serotonin und es überführt L-Dopa in Dopamin.

Wirkung von Dopamin: Es ist der Kraftstoff des Gehirns und steuert maßgeblich Motorik, Koordination, Konzentration, Affekte und die Libido. Zusammen mit Serotonin und Noradrenalin wirkt es stimmungsaufhellend. Im Exzess wirkt es prooxidativ und neurotoxisch.

Metabolisierung von Dopamin: Dopamin wird über MAO (Monoaminooxidase) in DOPAL (hochtoxisch) und dann in DHPG (3,4-Dihydroxyphenylethylenglycol) überführt.

Mangel an Dopamin: Libidoverlust, Tagesmüdigkeit, Selbstzweifel, Depressionen, CFS – Chronic Fatigue Syndrom, Aufmerksamkeitsdefizite, ADS

 

Laborwerte:

BITTE BEACHTEN!! BIOTIN kann die Laborwerte verfäschen. Der menschliche Körper kann Biotin nicht selbst bilden und ist somit auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen. BIOTIN kann zu Interferenzen bei klinischen Laboruntersuchungen führen. Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat daher Empfehlungen für die Änderung der Produktinformation ausgesprochen. 

Das heißt bitte mindestens 12 Stunden vor einer Laborkontrolle der Steroide wie Östrogen, Testosteron, Cortisol inklusive Antikörper sollte mindestens 12 Stunden vorher BIOTIN abgesetzt werden.

Kontaktdaten:

Heilpraktikerin
Kristina Rummelsburg
Wittelsbacher Straße 27
10707 Berlin
Tel: 030 – 50 56 29 64
Mobil: 0157 – 80 66 05 60

kontakt@rummelsburg-akupunktur-berlin.de

 

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